Pfarre Obersdorf: Geschichte und Seelsorger
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Die Pfarre Obersdorf ist flächenmäßig deckungsgleich mit der (Katastral-)Gemeinde Obersdorf, welche durch die unglücklichen niederösterreichischen Gemeindezusammenlegungen im Jahre 1972 politisch nach Wolkersdorf eingemeindet wurde.
Das Pfarrgebiet erstreckt sich somit am Fuße des Hochleithenwaldes, einem schmalen Rechteck ähnelnd, von Südost gegen Nordwest von 48°20'5'' bis 48°23'16'' nördlicher Breite und von 34°9'47'' bis 34°13'19'' östlicher Länge von Ferro und gehört dem Übergang vom Quartär (Ebene) zum Neogen (Hügelland) an. Während die Nordwestgrenze noch 180 Meter über dem Meeresspiegel liegt, tritt die vom Westen unseres Gebietes nach Süden führende Ostbahn bei 174 m in die Pfarre ein, senkt sich bei der Haltestelle Obersdorf auf 165 m, kreuzt dort die Trasse der Landesbahn nach Groß-Schweinbarth und erreicht sich langsam weiter senkend die südliche Grenze des Pfarrgebietes bei 163 m.

Die Gemeinde berührt im Norden Wolkersdorf, im Westen Eibesbrunn, im Süden Seyring und Kapellerfeld und im Osten Pillichsdorf.
Obersdorf liegt an der Straße von Wolkersdorf nach Pillichsdorf und ist in seinen Grundzügen ein typisches Straßendorf, das in den letzten 30 Jahren durch großzügigen Siedlungsbau wesentlich an Größe zugenommen hat. Während 1971 noch 980 Einwohner gezählt wurden, liegt deren Zahl heute knapp unter 2000.
Das angenehme, milde Klima, die günstigen Verkehrsverbindungen mit der Schnellbahn nach Wien und die gute Atmosphäre innerhalb der Ortsgemeinschaft machen unsere Pfarre zu einem beliebten Wohnort, der hohe Lebensqualität bietet.
Weinbau und Ackerbau prägen die Landwirtschaft, während ein Gutteil der Arbeiter und Angestellten nach Wien pendelt. Im Pfarrgebiet liegt die Volksschule der Stadtgemeinde Wolkersdorf; die Hauptschule und seit kurzem auch ein Gymnasium sind in Wolkersdorf angesiedelt. Die Obersdorfer Schule neben der Kirche wird derzeit als Polytechnische Schule verwendet.

Obersdorf gehörte bis zum Jahre 1913 zur Pfarre Pillichsdorf, die wohl eine der ältesten Pfarren unserer Erzdiözese ist. Durch das unermüdliche Bemühen der Obersdorfer Gemeindevorstehung und der gesamten Bevölkerung, konnte im Jahre 1913 endlich die Pfarre Obersdorf gegründet werden. Damit dieser Wunsch der Obersdorfer in Erfüllung gehen konnte, mußten zuerst die Kirche und der Pfarrhof gebaut werden. So wurde zwischen 1910 und 1912 die kleine Kapelle zur heute noch bestehenden Kirche für damalige Verhältnisse großzügig vom eigens dafür gegründeten Kirchenbauverein erweitert. 1911 wurde der Pfarrhof errichtet. Die Pläne für beide Gebäude stammen vom akademischen Baumeister Hubert Gangl.
Unter Pfarrer Anton Waninger (1962-1978) wurde das Pfarrheim errichtet und in den letzten Jahren generalsaniert. Auch die renovierungsbedürftige Kirche wurde 1967 komplett erneuert und den liturgischen Grundgedanken des Zweiten Vatikanischen Konzils angepaßt.

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Pfarrer von Obersdorf:

1. Thomas Schimkowitsch (1913-1922)
2. Anton Drha (1922-1928)
3. DDr. Augustin Joch (1928-1950)
4. Josef Moser (1950-1961)
5. Anton Waniniger (1962-1978)
6. Dr. Georg Liptay (1978-1985)
7. Emmerich Venczak (1985-1989)
8. Edelbert Morscher (1990)
9. Josef Bauer (1990-1995)
10. Thomas Brunner (seit 1995)

Thomas SCHIMKOWITSCH wurde am 21. Dezember 1868 zu Ringelsdorf, einem Dorf mit etwa 700 Einwohnern im Bezirk Wischau (Gerichtsbezirk Austerlitz) in Mittelmähren geboren. Zuerst besuchte er das Gymnasium Straßnitz im Bezirk Göding (Südostmähren), danach das Knabenseminar und Gymnasium in Hollabrunn. Nach der Matura trat er in das Wiener Priesterseminar ein und studierte an der Universität Wien. Am 23. Juli 1893 erhielt er die Priesterweihe in Wien, St. Stephan und wurde Kooperator in Kirchberg/Wagram, danach in St. Rochus (Wien III.) und Altlerchenfeld (Wien VII.). Von 1907 bis 1913 war er Kirchendirektor und Spiritual der Ursulinen in Wien. Am 1. Juli 1913 trat er (bei strömenden Regen) sein Amt als erster Pfarrer von Obersdorf an. Er starb am 22. Februar 1922 in Obersdorf und ist im Priestergrab im Ortsfriedhof begraben.

Seelsorger

Anton DRHA wurde am 9. Oktober 1879 in Wien V. als Sohn eines Spenglers geboren. Der Vater starb früh, die Mutter erst 1931. Er besuchte das Gymnasium in Wien IV. und ab 1894 das Knabenseminar und Gymnasium in Hollabrunn, wo er 1901 mit Auszeichnung maturierte. Danach trat er in das Wiener Priesterseminar ein und studierte an der Universität Wien. Er erhielt am 23. Juli 1905 in Wien, St. Stephan die Priesterweihe und war danach Kooperator in Pillichsdorf (bis 1905) und bis 1910 in St.Stephan (Wien I), 1909/10 zugleich Spiritual am Wiedner Krankenhaus. 1910-1912 Religionsprofessor am Zivilmädchenpensionat in der Josefstädterstraße, 1912-1921 Religionsprofessor an der Staatsrealschule in Wien IX., Glasergasse 25. Er war seit 1921 Provisor und vom 30. August 1922 bis 28. März 1928 Pfarrer von Obersdorf, anschließend auf eigenem Wunsch von 1928 bis 1936 Pfarrer in Roseldorf (bei Eggenburg), wo er am 18. Oktober 1936 starb. Sein Grab ist in Obersdorf.
Sein seelsorgliches Bemühen war eng mit der volksliturgischen Erneuerungsbewegung von Pius Parsch verbunden, in dessen Volksliturgischem Verlag mehrere Schriften, Behelfe und Lieder für den Gottesdienst erschienen, musikalisch teilweise von niemand geringerem als Vinzenz Goller redigiert. Für Obersdorf ließ er ein neues Gebet- und Gesanngbuch drucken ("Mein Pfarrbüchlein") und legte so den Grundstock für eine abwechslungsreiche und tätige Mitfeier der Gottesdienste. Sein geschichtliches Interessen ließ Ahnentafeln mehrerer weitverzweigter Familien entstehen und einige wissenschaftlich wertvolle Artikel in Fachzeitschriften.

Seelsorger

DDr. Augustin JOCH wurde am 4. Juli 1884 in Wien geboren und trat in das Knabenseminar in Hollabrunn ein, wo er 1904 am Gymnasium maturierte. 1908 wurde er in Wien zum Priester geweiht. Er dissertierte 1928 mit seiner 150 Seiten starken Arbeit: "Die Bevölkerung Palästina vor und bei der Einwanderung Israels" an der Universität Wien. Seit 29. März 1928 war er Provisor von Obersdorf und wurde am 1. Mai 1930 zum Pfarrer ernannt. Am 31. Mai 1950 resignierte er aus Altergründen auf die Pfarre. Er starb am 26. Mai 1960 in Wien III. und wurde in Obersdorf im Ortsfriedhof begraben.

Seelsorger

Josef MOSER wurde am 2. August 1907 in Wien geboren. 1933 empfing er in Wien, St. Stephan die Priesterweihe. 1.Februar 1936 wurde er Lokalprovisor in Niederhollabrunn, am 1.November 1937 Pfarrer in Obergänserndorf. Vom 1. September 1950 bis 27. Dezember 1961 Pfarrer in Obersdorf, danach auf eigenem Wunsch Pfarrer in Strebersdorf. Er starb am 5. April 2001 und wurde in Obersdorf begraben.


Pfarre Obersdorf, Günter Kilian

2003-03-20

Pfarre Obersdorf

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